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Laparoskopie [Bauchspiegelung]

Die Spiegelung des Bauchraumes, die von Internisten und Gynäkologen bereits seit Jahrzehnten praktiziert worden war, hat in der Chirurgie ihren Siegeszug erst 1989 mit der ersten laparoskopischen Entfernung einer Gallenblase angetreten. Inzwischen gibt es kaum ein Organ im Bauchraum, dessen Entfernung nicht bereits laparoskopisch versucht worden wäre.

Durchgesetzt hat sich die Laparoskopie aber nur in einigen wenigen standardisierten Situationen. Das Prinzip ist dabei stets dasselbe: über einen Schnitt von einem Zentimeter Länge, der meist am Nabel angelegt wird, wird eine Optik in den Bauchraum eingeführt und dieser mit CO2 aufgefüllt, um die vordere Bauchwand vom Bauchinhalt abzuheben. Nun können über weitere kleine Schnitte zusätzliche Instrumente eingeführt werden, mit denen operative Eingriffe durchgeführt werden können.

Der Vorteil der Laparoskopie zeigt sich in deutlich weniger postoperativen Schmerzen, was den Spitalaufenthalt abkürzt und den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert. Auch kosmetische Überlegungen können bei der Indikationsstellung zur Laparoskopie eine Rolle spielen. Ein laparoskopischer Eingriff dauert aber in der Regel etwa eineinhalb Mal solange wie der entsprechende offene Eingriff, und es ist grundsätzlich eine Narkose notwendig.

laparoskopische Cholecystektomie

Der häufigste laparoskopische Eingriff ist die Entfernung der Gallenblase, wenn die darin enthaltenen Steine zu Koliken oder Entzündungen geführt haben. Der Eingriff ist heute auch bei einer akuten Entzündung der Gallenblase laparoskopisch möglich, wobei die Umstiegsrate auf eine klassische offene Operation dabei etwas höher liegt.

Die Gallenblase wird dabei aus dem Leberbett ausgelöst und nach Identifikation des abführenden Gallenganges mittels Röntgenkontrastmittel entfernt, indem sie mitsamt den darin enthaltenen Steinen mit einem kleinen Plastiksack durch einen der Bauchschnitte gezogen wird.

laparoskopische Appendektomie

Auch bei einer Blinddarmentzündung kann der Wurmfortsatz laparoskopisch entfernt werden. Dies macht vor allem bei jungen Frauen Sinn, wo andere Gründe wie zum Beispiel eine Eileiterentzündung zu denselben Be-schwerden führen können wie eine Blinddarmentzündung. Auch die Vermutung einer speziellen Lage des Wurmfortsatzes hinter dem eigentlichen Blinddarm oder die Situation eines bereits geplatzten Blinddarmes machen den Einsatz der Laparoskopie sinnvoll.

laparoskopische Dickdarmeingriffe

Bei gutartigen Veränderungen des Dickdarmes kann die Laparoskopie ebenfalls eingesetzt werden. Einschrän-kungen ergeben sich aufgrund der Tatsache, dass zur Entfernung des betroffenen Anteiles des Dickdarmes ohnehin ein Bauchschnitt einer gewissen Länge notwendig ist. Deswegen wird die Laparoskopie häufig zusammen mit einem offenen Eingriff eingesetzt, um die Länge des Schnittes auf den Bereich unterhalb des Nabels zu begrenzen.

Sehr geeignet sind  auch Eingriffe in Zusammenarbeit mit dem Gastroenterologen, wenn z.B. ein Polyp nicht direkt zugänglich oder so gross ist, dass eine Perforation zu befürchten ist. Durch die Kombination von Laparoskopie und Colonoskopie können solche Situationen minimal invasiv behandelt werden, da ja kein Organteil über die Bauchwand entfernt werden muss.

laparoskopische Eingriffe am Magen

Die Laparoskopie hat sich in der Chirurgie der gutartigen Erkrankungen des Magens ebenso durchgesetzt wie bei derjenigen der Gallenblase, da es v.a. Eingriffe im Oberbauch sind, wo der Profit der Laparoskopie zum Tragen kommt. So können heute sowohl die Versorgung eines Magendurchbruchs bei einem Magengeschwür wie eine Fundoplicatio bei Refluxkrankheit oder einem Zwerchfellbruch in aller Regel laparoskopisch durchgeführt werden.

Eine besondere Stellung nehmen die laparoskopischen Eingriffe bei der chirurgischen Behandlung des pathologischen Übergewichtes ein. Erst durch die Laparoskopie haben sich restriktive Eingriffe wie das Magenband durchgesetzt, und auch der Magen-bypass kann laparoskopisch durchgeführt werden: einer der ersten derartigen Eingriffe wurde von mir in Horgen durchgeführt und am Chirurgenkongress 2000 vorgestellt. Inzwischen hat das See-Spital aber keinen Leistungsauftrag für diese hochspezialisierten Eingriffe mehr.